Gut geschlafen. In dem kleinen hellen Apartment stehe ich sehr spät auf. 8:00 Uhr! Das gab’s ja diesen Urlaub noch nie. Was ist los? Die Luft tut wahrscheinlich gut. Meeresluft, ein schöner Ort, alles top. Los geht‘s nach der Dusche in den CoOp. Dort kaufe ich für uns frisches Pane mit Salz in hell und dunkel. Leckere Röllchen gefüllt mit Creme und für Rolli Schokoladencreme gibt es nebenan. Super! Ich kaufe im CoOp frischen Schinken und die leckere Mortadella, so dass wir uns ein schönes Frühstück zubereiten können.

Leider stellt sich heraus, dass es Rolli heute nicht gut geht. Er legt sich wieder hin. Somit frühstücke ich allein. Macht aber nichts. Lese in Ruhe unseren IKZ.

Dann mache ich mich bereit um einen Teil der Wanderung Richtung Norden zu laufen. Den ganzen Weg werde ich nicht gehen, weil ich „Knie“ habe. Morgen gehen wir dann gemeinsam Richtung Süden.

Auf dem Weg nach Monterosso al Mare bin ich erstaunt über die steilen Wege an gepflegten Weinhängen vorbei. Der Weg ist großteils sehr schmal und mit Stufen versehen. Steinstufen! Die Stufen sind teilweise vom nächtlichen Regen noch nass. Aus aller Herren Länder sind „Wandersleute“ unterwegs auf den wirklich schmalen Wegen. Oft muss man warten um entgegenkommende Wanderer vorbeizulassen. 6,- Euro musste ich an einem Zahlhäuschen berappen um auf den Wanderpfad zu gelangen.

Die einzige Sprache, die ich nicht höre ist Italienisch. Franzosen, Amerikaner, Australier, viele slawische Sprachen alles dabei und die Menschen quälen sich zum Teil schnaufend, schwitzend den Berg hinauf. Es wirklich steil und es wird auch immer wärmer. Zum Glück bringen die bewaldeten Stücke Schatten und Kühle.

Die Kleidung der „Wanderer“ ist sehr unterschiedlich. Vom Birkenstock, über Turn- bis Wanderschuh alles dabei. Kinder sehe ich nicht, aber sonst alle Altersgruppen. Kleidung: vom ausgefallenen Jogger (Asiaten) bis zur Funktionskleidung – alles.
Wobei die Asiaten nicht auf dem Weg vertreten waren, nur ganz am Anfang ein paar versprengte. Vermutlich aus den großen Reisegruppen. Später waren alle am Hafen und machten dort ihre Fotos und Videos bevor sie mit dem Zug wieder weiterfahren.


Es ist heute Aprilwetter. Mal Regen, mal scheint die Sonne. Immer wieder im Wechsel und der Weg ist wirklich zum Teil sehr slippery.

Ich schau mal, wie weit ich komme. Wunsch ist, dass ich einen Blick auf Monterosso al Mare habe. Das ist circa die Hälfte von dem in Summe ca. zwei Stunden langen Wanderweg. Ja, schauen wir mal.

Tatsächlich werde ich fündig. Immer wieder Ausblicke auf Vernazza. Es ist einfach nur zauberhaft. Und nach circa 1 Stunde gelange ich an den Aussichtspunkt, wo ich Monterosso al Mare gut erkennen kann. Unter mir schäumen die Wassermassen. Ich gehe davon aus, dass da irgendwelche Strudel sind, weil es ungewöhnlich ausschaut.

Dann wandere ich zurück und bin überrascht, wie viele Menschen mir so schnaufend entgegenkommen. Ich gehe davon aus, dass sie sich den Weg etwas einfacher vorgestellt haben.

Manche Wanderer sind bestens ausgestattet. Richtiges Gepäck und Wanderschuhe an. Diese Personen werden diese Wege bestimmt gut schaffen können.

Die kleinen Blümchen am Wegesrand sind so bunt. Mini Orchideen, eine tolle Iris, eine gelbe Kaktusblüte, schön. Auch Zitronen wachsen an den Steilhängen.


Nach circa 2 Stunden komme ich wieder in Vernazza an. Die Sonne scheint, es sind sogar 2/3 Schwimmer im Wasser. Das macht mir natürlich auch wieder Lust schwimmen zu gehen. Kaum sitze ich in dem kleinen Restaurant direkt am Hafen mit Blick auf Monterosso al Mare regnet es.

Ich gönne mir einen köstlichen Limoncello Sprizz. Sehr zu empfehlen. Zitronen findet man in den Souvenirläden an vielen Stellen in vielfältiger Ausführung. Auf Regenjacken, Seifen, Tees und vieles mehr.

Macht Spaß mal ein bisschen auf die Details am Wegrand zu achten. Mich überraschten die steilen, sehr gepflegten Weinberge. Manche Häuser liegen am Berg. Die müssen diese Wege ständig gehen. Unglaublich!
Rolli geht es wieder besser und wir essen heute gemütlich im Appartement. Ich besorge Foccaccia. Lauwarme Pizzastücke mit unterschiedlichen Belägen. So lala- habe ich schon VIEL besser gegessen.
Dann gehen wir noch eine gemütliche ruhige Abendrunde.



20:40 h – die Sonne geht unter und färbt den Himmel. Die Stadt ist leer!
Buona notte!