6:00 Uhr guten Morgen Venedig, ich mache mich fertig. Ganz gemütlich lese ein bisschen und starte um 7:15 Uhr in die noch ruhige Stadt. Ich möchte es einfach noch einmal genießen. Die ersten Geräusche! Die Möwen kreischen. Ich weiß gar nicht was los ist, schaue hinaus. Tatsächlich sind die Möwen an den Mülleimern und picken sich alles essbare heraus. Kaum 30 Minuten später sind die Müllwerker unterwegs und reinigen die Stadt. Wie ich später auf meinem Spaziergang feststellen konnte, sind viele Müllwerker unterwegs. Spannend, ähnlich wie auf der Alp haben Sie ganz kleine Fahrzeuge, mit denen sie durch die Gegend rollern.

Gefegt wird tatsächlich mit Strohbesen. Ansonsten fahren die Lieferanten ihre Waren mit Boot oder Edelstahlkarren. Dicke Reifen hinten, kleinere Reifen vorne und ein Rohr welches zum V gebogen wurde, so dass man das Gefährt abstellen kann. Ähnlich einer großen Schubkarre. So werden die ganzen Produkte durch die Gässchen geschoben.

Die Verkäufer, die an der Promenade stehen, rollern mit ihren Gefährten voll beladen klimpernd, über den kleinen Campo und platzieren ihre bunten, billigen Produkte wieder dekorativ auf die Stände. Ich liebe diese morgendliche Aufbruch Stimmung. Alles wunderbar leer. Es ist ruhig, kühl, einfach wunderbar. Man hat Zeit und Musse, sich mal die Fassaden in aller Ruhe anzuschauen. Marmor, die venezianischen Löwen, die überall abgebildet sind. Endlich höre ich ganz viel Italienisch, da die Italiener zur Arbeit unterwegs sind. Hier ist ein geschäftiges Treiben. Wäsche wird durch die Gegend geschoben in Roll-Containern auf Schiffe gebracht, die voll beladen über den großen Kanal fahren. Der Müll wird entsorgt. Kleine Geschäfte und Cafés öffnen ganz langsam. Ich liebe einfach diese morgendliche, erwartungsvolle Aufbruchstimmung. Die ersten Gäste kommen, andere reisen ab. Laute Gespräche, zumeist von Engländern sind zu hören. Eine spannende Stadt erwacht.

Wir werden jetzt gemütlich frühstücken und dann geht es weiter. Mein Wunsch war Schloss Miramar bei Grado in Richtung Trieste. Mal sehen was der Tag heute bringt. Bevor ich Rolli wecke, habe ich schon meinen Cappuccino und das unvermeidliche Cornetti Con Crema in dem kleinen Kaffee auf dem Campo genossen und entspannt den Tag begonnen.
Der Inhaber begrüßt mich wie eine alte Bekannte und weiß sofort was ich mag und bedient mich. Also Italien hat immer wieder etwas einladendes. Ich finde es super, freue mich auf die nächsten Tage.
Bevor wir jedoch weiter fahren, probieren wir noch das günstige Gondelangebot – Traghetto – mit der Fähre. 2,- Euro pro Gast/Fahrt. Wir gehen gemütlich bis zum San Marco finden dort einen kleinen, ganz süßen Park.


Vor uns steht eine Riesengruppe Chinesen, die erst abgefertigt wird. Schon bald sitzen wir in der 11 Meter langen, schwarzen Gondel und fahren rüber zur Maria de Salute um dort noch einen kleinen Spaziergang zu machen, bevor wir uns dann ins Auto setzen.


Die Gondel schaukelt sehr und eine Gästin hat ein bisschen Bedenken heraus zu fallen. Vielleicht nicht ganz unbegründet.

Angekommen gehen wir noch einmal um die Spitze der Insel auf der die Maria del Salute steht.

Nach einen kleinen Spaziergang gehen wir in die Kirche. Sie ist groß und sehr hoch. In der großen Kuppel hängt lediglich ein ganz großer Lüster. Vom Hauptportal aus sieht man in weißem Marmor den Hauptaltar mit Orgel.


Nach der kleinen Besichtigung fahren wir mit der kleinen Gondel zurück und gehen auf unseren Campo. Wir essen eine Kleinigkeit, trinken noch ein Kaffee, holen das Gepäck und machen uns auf den Weg.

Mit dem Vapretto no 2 geht es flott zum Tronchetto Parkplatz.

Es hat alles super geklappt. Die Parkgebühr war geringer als erwartet (56,- Euro 2 Tage). Dann geht es los und ich wollte noch mal alte Kindheit Erinnerungen wecken. So geht es dann Richtung Trieste zum Schloss Miramar. Wir fahren offen durch die schöne Gegend. Bedauerlicherweise beginnt jetzt eine kleine Pechsträhne! Viel Stau! Was wir nicht bedacht haben: heute ist der erste Mai! Gefühlt sind ALLE Italiener auf den Beinen und nutzen das tolle Wetter. Endlich stehen wir VOR der Schranke zum Parkplatz, wo uns mitgeteilt wird, SORRY, ohne Reservierung keine Chance reinzukommen. Ohhh NO!!!! . Zum Glück habe ich das kleine weiße Schlösschen auf dem Hügel zum Meer zwei- dreimal auf der Fahrt gesehen. Ich habe so schöne Erinnerungen daran, aber das war’s denn für heute.


Also zurück zu meinem Kindheits Urlaubs Ort. Die ersten Erinnerungen ploppen hier auf. Mit meinen Eltern in den Urlaub, nach Grado. Mit Papa und Mama zum Strand. Bepackt wie die Esel mit Liegen, Sonnenschirm und Kühltasche. Lang lang ist es her. Wir finden per Booking ein Hotel, und machen uns auf den Weg. Als wir ankommen, ist dieses Haus jedoch überbucht und wir haben KEIN Zimmer. Auch zwei, drei andere Hotels in der Nähe, alle voll. Keine Chance, dann denken wir: nochmal zum Strand und etwas trinken. Da trifft uns dann jedoch das pure Grauen. Gefühlte Kilometer lang ein Liegestuhl am andern. Menschenmassen unterwegs, unglaublich!

Hier haben wir tatsächlich nur einen Kaffee getrunken und uns auf den Weg gemacht. Von unterwegs fanden wir eine Unterkunft in Treviso. Nie von gehört, aber das Hotel war oK. Lag auf dem Weg. Wir haben gut geschlafen. Nach einem kleinen Spaziergang lecker gegessen. Spaghetti forno und Pizza. War alles in Ordnung. Nach dieser Nacht dann flugs die Koffer gepackt und auf nach San Marino.Kaffee am Strand soll die Zeit noch reichen.

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